Unser Konzept


Das Leben in einer Wohngemeinschaft ist ein Modell, das seit Jahren erfolgreich mit geistig behinderten und psychisch erkrankten Menschen durchgeführt wird. Nach diesem Vorbild leben bei der ALTER-nativ Wohnen demenziell veränderte Menschen in kleinräumigen Betreuungsformen.

 

In einer Wohngemeinschaft leben etwa acht bis max. 12 Menschen. Jeder von ihnen erhält einen eigenen privaten Raum, den er selbst einrichtet, mit allem, was ihm lieb ist. Auf 200 bis 330 Quadratmetern befinden sich weiterhin ein großes Wohnzimmer, Küche, Esszimmer und Bad, oftmals Balkone, Terrassen oder kleine Gärten. Alles barrierefrei eingerichtet, familiär und wohnlich. Zur Gestaltung der Gemeinschaftsräume trägt jeder Mieter etwas bei. Die Wohngemeinschaften liegen nicht abseits der Gesellschaft, sondern mittendrin. Ärzte, Apotheken und Einkaufsmöglichkeiten sind auf kurzen Wegen zu erreichen.

 

Wie in einer Familie teilen sich die Mieter Aufgaben, sofern sie diese noch verrichten können. Sie kaufen gemeinsam ein, kochen, putzen oder waschen. Wo es notwendig ist, greift ein Betreuer helfend ein. Auch die Freizeit verbringen die Menschen gemeinsam.

 

Die Mieter erhalten rund um die Uhr ambulante Betreuung und -wo es notwendig ist- Pflege. Ständig ist professionell geschultes Personal zur Stelle. Die Betreuer gehen auf den demenziell veränderten Menschen ein und lassen ihn seine Eigenheiten und Vorlieben so weit es geht ausleben.

 

Darüber hinaus regelt das Pflegepersonal viele weitere Angelegenheiten rund um den Alltag der Mieter. Mit Angehörigen arbeiten die Betreuer ebenso eng zusammen, wie mit Ärzten oder Therapeuten. Sie erstellen Einkaufslisten und sorgen dafür, dass alle Dinge des täglichen Bedarfs vorhanden sind. So kommt auf eine Wohngemeinschaft ein Bedarf an Pflege- und Betreuungskräften von acht bis zehn Personen.

 

Die maximale Selbstbestimmung gilt nicht nur für die Mieter. Auch die Angehörigen gestalten das Leben in der Wohngemeinschaft aktiv mit. Der Umstand, dass Vermieter und Pflegedienst einzelne Firmen sind, die getrennt agieren, eröffnet den Mietern und ihren Angehörigen Wahlmöglichkeiten und Mitbestimmungsrechte. Die Mieter beauftragen als Auftraggebergemeinschaft alle Dienstleistungen einschließlich Pflege, die die betroffenen Mieter in der WG benötigen. Dabei wählen sie aus, was ihnen am besten oder günstigsten erscheint.

 

Auf diese Weise unterhält die ANW Wohngemeinschaften für:

 

  • Demenziell veränderte Menschen
  • Geistig behinderte Menschen


Die Kosten:


Das WG-Leben ist mit regulären Leistungen des Sozialsystems zu finanzieren. Manchmal sogar leichter als ein Heimaufenthalt. Tragen lassen sich die Kosten meist durch Leistungen von Kranken- und Pflegeversicherung, gegebenenfalls auch durch Hilfe zur Pflege und private Mittel wie Rente oder sonstige Einnahmen.

 

Finanziert werden müssen:

 

  • Miete

  • Nebenkosten und Instandhaltung

  • Haushaltskosten

  • Verbrauchsgüter, Ausstattung

  • Pflege und Betreuung


Die Vorteile:


Das Leben in kleinen, betreuten Gruppen hat für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen viele Vorteile:

 

Ein Heimaufenthalt kann vermieden werden, sofern es dem Veränderungsbild des

      Betroffenen nicht angemessen ist.


Indem sie gezielt gefördert werden, bleiben alltägliche Tätigkeiten wie einkaufen,

      putzen, bügeln, Haustiere versorgen und kochen deutlich länger erhalten.

      Dies vermeidet die Tendenz zu Rückzug, Apathie und Depression.


Auf Psychopharmaka-Gaben wird weitgehend verzichtet. Dies führt zu höherer Vitalität der 

      Menschen und damit zu mehr Wohlbefinden, nachlassender Inkontinenz, und geringere

      Neigung zu Stürzen. Lange Liegezeiten werden vermieden und damit die Tendenz zu

      Druckstellen. Es treten deutlich weniger Krankenhausaufenthalte auf.


Das Leben in einer Wohngemeinschaft ist oft günstiger als in einem Pflegeheim, da es 

      Synergie-Effekte bei Pflege, seniorengerechter Ausstattung und alltäglichen Hausarbeiten

      gibt. Durch die intensive Begleitung steigt zwar der Betreuungsaufwand, doch im Zuge der

      erhaltenden Maßnahmen sinkt der Pflegeaufwand.

 

Eine Überforderung der pflegenden Angehörigen wird vermieden. Sie können sich, sofern

      sie es wünschen, in geringen Maßen am Pflegeprozess beteiligen und darüber

      hinaus die Zeit mit ihren Lieben genießen.


Durch die besondere Konstellation der Wohngemeinschaft haben die Angehörigen größere

      Einflussmöglichkeiten auf die Gestaltung des Alltags und der Pflege.


Die Arbeitsbedingungen in den Wohngemeinschaften entsprechen den Bedürfnissen der

      dort Beschäftigten. Die Arbeitszufriedenheit der Pflegekräfte ist deutlich höher als die ihrer

      stationär arbeitenden Kollegen, der Krankenstand niedriger und die Tendenz zu

      „Burn-Out“-Symptomen und zum Berufswechsel geringer. Dies verringert die Kosten und

      steigert die Qualität der Pflege.


 

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